Projekt im Themenfeld Würde & Eigensinn
Projekt Demenz
Über den Umgang mit einer Erkrankung, die man selbst nicht hat.

Wo dieses Projekt steht
Das Themenfeld Würde & Eigensinn fragt, wie eine Gesellschaft mit Menschen umgeht, deren Selbstverständlichkeiten sich verschieben. Ein Mensch bleibt ein Mensch, auch wenn das Gedächtnis nachlässt, und was am längsten bleibt, ist oft sein eigener Sinn. Unser erstes Projekt in diesem Feld befasst sich mit dem Thema Demenz.
Worum es geht
Uns interessiert daran nicht die medizinische Seite. Uns interessiert, wie Menschen mit der Erkrankung umgehen, die sie nicht haben. Angehörige, die entscheiden müssen. Pflegende, die zwischen Schutz und Selbstbestimmung abwägen. Über den Umgang wird sehr viel weniger geschrieben als über die Krankheit.
Im Alltag der Versorgung wird der Eigensinn eines Menschen als Erstes wegorganisiert, weil er unpraktisch ist. Ob er respektiert oder verwaltet wird, entscheidet für den Betroffenen mehr als jede Einrichtungsbroschüre.
Ein erheblicher Teil der Menschen, die morgens zur Arbeit kommen, versorgt daneben einen Angehörigen, und den wenigsten Arbeitgebern ist das bekannt. Für Inhaber und Führungskräfte ist das eine Frage der Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter, und irgendwann betrifft es sie selbst. An dieser Stelle berührt dieses Projekt unser zweites Themenfeld.

Woher dieses Projekt kommt
Hildegard Johannsmann war in ihren letzten Lebensjahren an Demenz erkrankt, ihr Mann hat sie zu Hause gepflegt. Das Thema kommt für diese Stiftung deshalb nicht von außen, es gehört zu ihrer Herkunft.
Wie wir arbeiten
Wir bringen Menschen zusammen, die aus verschiedenen Positionen auf dieselbe Lage schauen: Angehörige, Pflegekräfte, Ärzte, Betreuer, Arbeitgeber, gelegentlich Juristen, und junge Menschen. An jedem Tisch sitzen mindestens zwei Generationen. Je nach Thema wird eine Runde vertraulich oder öffentlich sein.
Was sich aus den Gesprächen allgemein sagen lässt, veröffentlichen wir, ohne Namen und ohne die einzelnen Fälle.

Kompakt
Wo wir stehen
Aktuell bereiten wir die ersten Runden vor und suchen die Menschen, die an einem solchen Tisch gebraucht werden.
Was wir nicht tun
Wir forschen nicht selbst, und wir sind keine Beratungsstelle. Wer akut Unterstützung braucht, ist bei den Pflegestützpunkten, bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und bei örtlichen Angehörigengruppen an der richtigen Stelle.
Wen wir suchen
Fachliche Begleitung aus Pflege, Medizin und Bildung. Menschen, die selbst gepflegt haben und darüber sprechen wollen. Arbeitgeber, die sich fragen, was pflegende Mitarbeiter brauchen. Und junge Menschen, die dieses Thema in ihrer Familie erleben. Wenn Sie dazu etwas beitragen können, schreiben Sie uns.
Weiterführender Link
Beitrag „Ein Leben vor der Diagnose“, über eine Frau, die jahrzehntelang ein Büro führte, und darüber, was eine Diagnose rückwirkend mit einer Biografie macht.
Kontakt aufnehmen
Wirkung entsteht selten allein.
Deshalb sucht die Stiftung den Austausch mit Menschen, Organisationen und Initiativen, die ähnliche Anliegen verfolgen, durch gemeinsame Veranstaltungen, Projekte oder neue Formate. Entscheidend ist die inhaltliche Passung: gemeinsames Verständnis von Verantwortung statt beliebiger Förderung.
Wie aus unseren Themen Projekte werden.
Unser Weg von der Frage zur Wirkung.
01.
Zuhören
Wir hören zu, welche Fragen Menschen bewegen, in der Praxis, in der Gesellschaft und bei unseren Partnern.
02.
Verstehen
Wir bringen unterschiedliche Perspektiven an den Tisch, ordnen ein und entwickeln gemeinsame Ziele.
03.
Wirkung
Wir fördern Projekte, ermöglichen Begegnungen und setzen eigene Impulse für nachhaltige Wirkung